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Laufende Projekte

TePinTeach – Professional Learning Communities as a means for bringing teacher professionalization in teacher education

Professionelle Lerngemeinschaften (PLGs) werden international geschätzt und ihnen Potential zum Weiterlernen der Lehrkräfte, damit der Schulentwicklung und schließlich dem besseren Lernen der Schüler*innen zugesprochen (Vescio & Adams, 2015; Warwas & Helm, 2018, Kansteiner, Stamann, Buhren & Theurl, 2020). Wenn PLCs ein Instrument zur Professionalisierung im Lehrer*innenberuf ist, dann sollten auch Lehramtsstudierende damit vertraut werden, um lernorientierte Kooperation und qualitätsvolle Teamarbeit umsetzen zu können. Das Projekt verfolgt die Idee, im Rahmen universitärer Studien und Schulpraktika Gruppenarbeit mit der Qualität von PLGs zu erproben. Ausgehend von einem transnationalen Bericht über den Status quo zu Gruppenarbeit und Lerngemeinschaften werden Entwicklungsperspektiven mit Blick auf den Ausbau von PLGs Strategien und Methoden für die Elaboration von Gruppenarbeit abgeleitet. Außerdem werden PLGs von Mentor*innen und Studierenden im Schulpraktikum erprobt und evaluiert. Unter der leitenden Koordination der PH Weingarten kooperieren die Universität Málaga, PH Vorarlberg, Europa-Universität Zypern, Universität Trondheim sowie die Kommune Linköping (Bildungsbereich): http://www.tepinteach.eu/

HeadsUP - Heads Using Professional Learning Communities

HeadsUP ist ein EU finanziertes ERASMUS + Projekt (2016-2019), das Führungskräfteentwicklung über Professionelle Lerngemeinschaften (PLG) von Schulleiterinnen und Schulleitern erprobt. In regionalen 
PLGCs entwickeln schulische Führungskräfte ihre Führungskompetenzen im Dienste der Schul-und Unterrichtsentwicklung weiter und streben an, vergleichbare professionelle Lerngemeinschaften von Lehrkräften zu etablieren. Transnational besteht die Projektgruppe aus Partnern in Deutschland, Schweden, Norwegen, Spanien, Zypern und Österreich. Im Laufe der Projektlaufzeit fand in jedem Land eine Leadership-Konferenz statt, die die entwickelten Produkte (Intellectual Outputs) der transnationalen Zusammenarbeit multipliziert und mit je einem thematischen Fokus die Arbeit einer PLG und ihre Innovationsmöglichkeiten für Schule diskutiert. 
Ferner stehen mehrere Handreichungen zur Verfügung, die Einblicke in das Konzept der SL-PLGs und die Erfahrung seiner Umsetzung geben: sites.google.com/site/plcheadsup/home

ProFLüP - Professionalisierung von Führungs- und Lehrkräften über PLG

Das Projekt, das von der Robert-Bosch-Stiftung finanziert wird (2018-2021), erforscht die Etablierung von Schulleitungs-PLG und nutzt dafür das Feld des HeadsUP-Projektes. Es erkundet, wie Schulleitungs-PLG arbeiten und welchen Effekt ihre Arbeit auf Führungskompetenz, Lehrkräfteprofessionalität und Schulentwicklung hat, sowohl mit Blick auf die Lernprozesse der Schüler*innen als auch auf den professionellen Umgang mit im Wandel befindlichen gesellschaftlichen und auf Schule wirkenden Herausforderungen. Das Projekt zielt darauf ab, ein Modell für Schulleitungs-PLG zu entwickeln, das Aussagen über grundsätzliche Strukturen, Prozesse und maßgeblich Vereinbarungen von PLG trifft. Die Entwicklung des Modells geschieht mit der Grounded Theory Methodology (Strauss & Corbin, 1996; Breuer, 2017). Das so entwickelte Modell kann sowohl als Grundlage weiterer Forschungen als auch als Reflexionsfolie für die Schulpraxis zur gelingenden Gestaltung von PLG dienen. Erste Einblicke in die Arbeit in Schulleitungs-PLGs in Rist, Kansteiner & Stamann, 2020:
https://www.beltz.de/fachmedien/erziehungs_und_sozialwissenschaften/buecher/produkt_produktdetails/40015-professionelle_lerngemeinschaften_als_entwicklungsinstrument_im_bildungswesen.html

Schulleitungsbesetzung unter der integrierenden Perspektive von Gender Mainstreaming und Diversity Management (SLGMDM)

Ziel des Forschungsprojektes ist es, das für Führungskräfteentwicklung und Karriereweg-planung im Schulbereich bedeutsame, aber wissenschaftlich noch kaum beachtete Besetzungsverfahren für Schulleitungen zu explorieren und den vielfältigen subjektiven Eindrücken, die dazu im Schulbereich ausgetauscht werden, systematische Erkenntnisse gegenüber zu stellen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung von Erfahrungen rund um das Schulleitungsbesetzungsverfahren ermöglicht Verantwortlichen und Beteiligten, die Praxis auf einer wissenschaftlichen Basis zu reflektieren und weiterzuentwickeln, dort wo sich die Qualität erhöhen lässt. Das Forschungsprojekt startete mit einem ersten Studienschritt „Schulleitungsbesetzung unter der integrierenden Perspektive von Gender Mainstreaming und Diversity Management“ (Drittmittelgeberin Max-Traeger-Stiftung). https://www.gew.de/stiftungen-vereine/max-traeger-stiftung/archiv/publikationen/list/
Ziel des explorativ forschenden Vorgehens war es, herauszuarbeiten, welche Differenzmerkmale im Schulleitungsbesetzungsverfahren aus Sicht verschiedenere beteiligter Gruppen Relevanz entfalten und wie sie von den Expert*innen hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Schulleitungsstelle eingeordnet werden. Mit Hilfe dieser über eine Interviewstudie gewonnenen Einsichten wurde bilanziert, inwiefern die Art und Weise der Beachtung bestimmter Differenzmerkmale vor dem Hintergrund von Verfahrens-bedingungen und Kontext dem Gleichstellungsanspruch folgen und welche Momente erlebt werden, durch die der Anspruch an Antidiskriminierung nicht gänzlich erfüllt zu sein scheint. In weiteren Studienschritten verfolgt das Projekt die Klärung, inwieweit die Einschätzungen aus der Erststudie in Deutschland insgesamt geteilt werden und die vertiefte Betrachtung einzelner Fälle. Mitte 2020 eine Dissertation veröffentlicht (Schreiber, 2020), die sich derselben Frage in der Schweiz widmet. Ein Fachaustausch rund um das Schulleitungsbesetzungsverfahren ist geplant, der Termin steht noch nicht fest. 

FükSE - Führungskräfteentwicklung für Schulentwicklung

Das Forschungsprojekt Führungskräfteentwicklung für Schulentwicklung (FükSE) fragt nach vielfältigen Konzeptionen von Führung im Kontext Schule und tut dies in Form mehrerer Teilprojekte. Bearbeitet werden Fragen nach Vorstellungen von und Erfahrungen mit Führung in schulischen Settings. Dafür werden u.a. Lehramtsstudent*innen, Lehramtsanwärter*innen und Lehrer*innen mit Formen leitfadengestützter Interviews befragt (inhaltsanalytische Auswertung). Der projektverbund zielt darauf ab, das Verstehen von Führung aus Sicht der in Führungskontexten Handelnden – ob zukünftig, wie es für Lehramtsstudent*innen und Lehramtsanwärter*innen zutrifft, oder aktuell als Lehrer*innen – herauszuarbeiten.

Methodisch ist das Projekt über Christoph Stamann (Promovend) und Prof. Dr. Katja Kansteiner an die Arbeitsgruppe zur QualitativenInhaltsanalyse der Pädagogischen Hochschule Weingarten angebunden. Das Projekt wird in Eigenmitteln finanziert und läuft seit 2015.

Professionelle Lerngemeinschaften in einer starken Grundschule - Transformation gruppenbezogener Lehrkräftekollaboration für gemeinsames Lernen und Entwicklung in der Gestaltung von Heterogenität

Das Teilprojekt des Forschungs- und Nachwuchskollegs an Pädagogischen Hochschulen „Heterogenität in der Klasse“ in Kooperation mit der PH Schwäbisch Gmünd (2019-2025) klärt, unter welchen Bedingungen sich bestehende gruppenbezogene Kollaborationsformen von Lehrkräften zu PLGn entwickeln lassen, sodass die Mitglieder Lernen verfolgen und sich dies in erfolgreicher Veränderung des Unterrichts niederschlägt. In Phase I wird die Analyse bestehender gruppenbezogener Lehrkräftekollaboration über eine quantitative Ist-Stands-Analyse durchgeführt und die Arbeitsweise der Lehrkräftegruppen hinsichtlich Lernen und Veränderungen multimethodisch untersucht über (1) teilnehmende Beobachtung ausgewählter Sitzungen, (2) Fokusgruppeninterviews sowie (3) Shadowing (Bernhart & Wahl, 2015) spezifischer Ausschnitte ihres Unterrichts. Identifiziert wird, welche Aspekte in den vorfindbaren Zusammenarbeitsformen überarbeitungsbedürftig sind und wo eine adaptive, verschiedene Kollaborationsformen adressierfähige Elaborierungsstrategie ansetzen muss, damit sie zu qualitätsvollen PLGn werden. Phase I validiert diese mit den beteiligten Lehrkräften. In Phase II (Schulentwicklungsmaßnahmen) werden kollaborative Formen der teilnehmenden Schulen gemeinsam mit den Lehrkräften mit Hilfe der Elaborierungsstrategie überarbeitet.
Susanne Schmid (Promovendin) bearbeitet die quanititative Ist-Stand-Analyse. 
https://www.ph-weingarten.de/forschung-an-der-ph/fun-kolleg-heterogenitaet/

LeiQplus – Qualifizierung für Kita-Leitungen

Gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. wurde ein Qualifizierungskonzept für (angehende) Kita-Leitungskräfte entwickelt, das derzeit ausgebracht und begleitend evaluiert wird. Drittmittelgeberin ist die Robert-Bosch-Stiftung. Das Qualifizierungsziel ist, Kita-Leitungskräfte und Stellvertreter*innen für ihre täglichen Aufgaben berufsbegleitend zu qualifizieren, indem sie Strategien für die Reflexion leitungsbezogener Situationen kennenlernen, erproben und zum aktiven Repertoire hinzunehmen. Die Inhalte der Leitungsqualifizierung sind theoretisch und empirisch fundiert und unter Beteiligung von Praxisvertreter*innen ausgewählt. Das methodische Arrangement folgt der Idee des situierten Lernens. Ergänzt werden die Qualifizierungstage durch begleitendes Coaching. Das Qualifizierungskonzept wird in der Region Bodensee/Oberschwaben sei Januar 2019 (bis März 2021) erstmalig erprobt, Überarbeitungen werden nach formativer und summativer Evaluation vorgenommen. Eine weitere Erprobung ist im Raum Stuttgart geplant. Langfristiges Ziel ist die Multiplikation des Qualifizierungskonzepts und seine Nutzung trägerübergreifend durch Fortbildner*innen vorgesehen.

Projektteam PH:
Prof. Dr. Katja Kansteiner, Prof. Dr. Susanna Roux (†), Carolin Wicker, Sarah Yeo, Nicole Evers.

Weitere Informationen auch zum Kooperationspartner:
https://www.johanniter.de/die-johanniter/johanniter-unfall-hilfe/juh-vor-ort/lv-baden-wuerttemberg/leiqplus/

 

LADECI - Language Acquisition within Democratic Citizenship Education

Das ERASMUS+ Projekt in Kooperation mit Uni Stockholm, Uni Palermo sowie Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin (2017-2019) entwickelt eine Lehrer*innenfortbildung, die Lehrkräfte der Sekundarstufe 1 darin ausbildet, die heterogene Schüler*innenschaft, viele ohne ausreichende Sprachkenntnisse, im Spracherwerb zu begleiten und dies im Rahmen eines an Schülerpartizipation orientierten Classroom Management zu gestalten. Damit sucht es die Erfahrung mit der ‚polis‘ im Sinne H. von Hentigs (1995) als Instrument für eine gelingende Integrationsarbeit im schulischen Kontext zu nutzen. Das Fortbildungsprogramm wird erprobt und evaluiert und in ein Multiplikator*innenprogramm übersetzt, das in den Ländern zur weiteren Verbreitung (Lehrer*innenaus- und fortbildung) zur Verfügung gestellt wird. 

Ergebnisse des LADECI Projekt finden Sie hier: https://ladeci.webnode.com/

Qualitätssiegel LADECI

(R)EQUAL - (R)equalification of (recently) immigrated and refugee teachers in Europe

Das ERASMUS+ Projekt in Kooperation mit Uni Stockholm, Uni Wien sowie Uni Köln (2018-2021) sucht einen Beitrag zur Integration migrierter/geflüchteter Lehrkräfte in das Schulsystem zu schaffen. Dazu entwickelt das Konsortium theoretische Grundlagen und Material zur praktischen Anwendung, das Hochschulen in der zukünftigen Programment-wicklung unterstützt. Die open-access tools beinhalten u.a. ein Papier zum internationalen Vergleich der Rahmenbedingungen, ein Manual für sprachsensible Hochschuldidaktik sowie einen Methodenkoffer zur vielfaltsorientierten Lehre und eine digitale Literaturbank zur Professionalisierung im Lehrberuf. Alle Entwicklungen werden unter Einbindung von Teilnehmer*innen der Integrationsprogramme durchgeführt, die bereits an den Partnerstandorten ausgebracht werden. Dieser partizipative Zugang wird abschließend evaluiert. https://blog.hf.uni-koeln.de/immigrated-and-refugee-teachers-requal/

Pilotprojekt Schülermentor*innenausbildung

Das Pilotprojekt „Schülermentor*innenausbildung“ wurde im November 2020 erstmals in der Kooperation der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PHW), vertreten durch Frau Prof. Dr. Katja Kansteiner, der Otto-Lilienthal Realschule (OLR) in Wilhelmsdorf, vertreten durch Herrn Dr. Matthias Lindel und Herrn Realschulrektor Thomas Plösser, sowie mit sechs Studierenden der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PHW) durchgeführt.

Ziel der Kooperation war die konzeptionelle Entwicklung, Durchführung und Evaluation einer Ausbildung von Schüler*innen der 9. und 10. Klassen der OLR zu Schülermentor*innen. Das von Studierenden im Rahmen ihres Professionalisierungspraktikums gestaltete Konzept bietet neben dem Aufbau von Kompetenzen rund um das Lehren und Lernen ebenso die Möglichkeit, einen Einblick in das Studieren an der Pädagogischen Hochschule zu erlangen.

Die Besonderheit des zweitägigen Programms liegt darin, sowohl die weitere Professionalisierung der Studierenden selbst durch die Beratung und Reflexion mit der Dozentin der Hochschule anzuregen, als auch im Rollenwechsel der Studierenden die Ausbildung der Schüler*innen. Bildungswissenschaftliche Themen wurden didaktisch aufbereitetet und umfassen Hintergrundwissen zu Lern- und Motivationstheorien, Umgang mit Motivation sowie den Einflussfaktoren auf den Lernerfolg oder das Erstellen einer passenden Lernumgebung. Darüber hinaus konnten die Schüler*innen ihr Wissen zu gelingender Kommunikation, Grundsätze zu rechtlichen Rahmenbedingungen und dem richtigen Verhalten in Notsituationen (er-)lernen.